Wird dieser Newsletter nicht richtig dargestellt? Dann klicken Sie bitte hier ►

Große Sorge um unsere kleine Gretel
Gretel ist eine unserer Hennen aus Bodenhaltung. Ausgelaugt, wund und an vielen Stellen kahlgerupft nahmen wir sie zusammen mit Anneliese und Frieda zu Weihnachten auf. Zwar wissen wir, dass diese armen, als Eierlegemaschinen missbrauchten Wesen, oft nicht mehr lange überleben können. Von Menschen dazu gezwungen, müssen sie 320 Eier pro Jahr täglich erst bilden und dann aus ihren zierlichen Körpern pressen. Unsere Gretel wiegt 1,7 kg – die Eier, die sie auspressen musste, wogen 86 Gramm! Nun ist unsere lustige und zutrauliche Gretel erkrankt. Dass wir immer mit so etwas rechnen müssen, macht es kein bisschen weniger traurig, frustrierend und ungerecht, wenn es dann tatsächlich so kommt.
Es ging Gretel plötzlich sehr schlecht, sie sonderte sich ab, aß nicht, trank viel, hatte einen blauen Kamm und die Haltung eines schwerkranken Huhns. Dabei war sie gut genährt, ihr Kropf gut gefüllt. Wie so oft war es nicht möglich, sofort einen Tierarzt zu erreichen, der sich mit Hühnern auskennt. Wir versorgten sie zuhause mit Infusionen und holten sie ins warme Bad. Das schien ihr gut zu tun, und ein wenig mehr Leben kehrte in das kleine Tier zurück. Schließlich erwischte ich noch jemanden mit Hühnerwissen im Notdienst. Einen Fachtierarzt, weit entfernt, dann erst 2 Tage später. Die Nächte in dieser Zeit waren kurz und stressig. Ich wollte natürlich sofort bemerken, wenn es Gretel schlechter gehen sollte. Sie konnte ja keine Notfallklingel drücken.
Immer, wenn wir bei einem unserer Tiere gesundheitliche Probleme entdecken, wird mir überdeutlich, dass man den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden großer Tiergruppen nicht sicher überprüfen kann. Unsere Tiere leben in 11 Wohngruppen. Allein die 9 Hühner so gut zu beobachten, dass man Krankheitszeichen frühzeitig bemerkt, ist eine Herausforderung. Landwirtschaftliche Betriebe halten oft Hunderte und Tausende Tiere in großen Gruppen, auch in Laboren sind die Tierzahlen riesig.
Eine klare Diagnose haben wir für Gretel nicht bekommen, aber ihre Chancen standen nach Blutuntersuchung und Röntgen wohl sehr schlecht, Verdacht auf Bauchfellentzündung, OP-Chancen: keine. Seither bekommt Gretel mehrmals täglich Medikamente und wohnt die meiste Zeit im Badezimmer.
Wir wissen nicht, ob Gretel noch etwas weiterleben kann, eigentlich eher nicht, aber im Moment zeigt sie viel Lebenswillen. Im Haus erkundet sie alles, lässt nichts un-untersucht. Morgens, wenn sie aufsteht, dann reckt und streckt sie sich wie unsere Hunde und Katzen beim Aufstehen. Ich habe das bei den anderen Hühnern noch nie gesehen. Die sind natürlich schon lange wach, wenn ich um sechs in den Stall komme. Aber Gretel beginnt den Tag jetzt zusammen mit mir im Badezimmer.
Wenn es ihr zwischendurch gut zu gehen scheint und es draußen warm ist, setze ich sie zu ihren Freunden in den Garten, abends geht es wieder ins warme Badezimmer.
Während alldem wurde das neue Zuhause der Hühner errichtet. Der lange verzögerte Stallbau ist in den letzten Wochen zu einem Erfolgsmodell mutiert. Bei Sturm, Kälte, Regen und Hagel wurden Fundamente gebaut und erste Mauern gezogen. Immer wieder war es sehr kalt, aber die Handwerker haben durchgezogen. Echt klasse. Der Bauunternehmer war täglich da, manchmal mehrfach, hat alles überprüft, gute, möglichst sparsame Ideen eingebracht und man merkte, dass er sich über Stallbauten informiert hatte.

Dann kam die Dachkonstruktion und leider, leider durften wir wegen der Corona-Maßnahmen kein Richtfest feiern, was wir den Spenderinnen und Spendern schuldig gewesen wären! Vielen Dank noch einmal allen, die bereits für diese große Extra-Ausgabe für unsere Tiere gespendet haben und es vielleicht jetzt noch tun!!!
Auch Lina hat sich den Rohbau von allen Seiten angesehen.
Der Stall samt Dach steht nun und wird gerade von innen verputzt.
Gretel haben wir den Stall auch schon gezeigt, denn wir wissen nicht, ob sie noch in ihr neues Haus umziehen kann.
Gretel gehört zu den Hühnern, die durch Zwangsmauser (künstliche massive Futter-, Wasser- und Lichtreduktion) am Ende ihrer „Legekarriere“ gezwungen wurden, noch einmal das Letzte aus ihren geschundenen Körpern herauszuholen und extra riesige, sog. XL-Eier zu bekommen. Diese Technik erinnert an brutale Verhaltensweisen auf Tiertransporten und Schlachthöfen, so als sei nun egal, wie man mit den Tieren umgeht, weil die sowieso bald getötet werden. Am Ende ihres extrem verkürzten Lebens werden die Hühner noch einmal massiv ausgepresst, ihre Legeorgane werden dabei oft zerstört.

Generell ist in der Tierqualindustrie einkalkuliert, dass viele dieser zarten, kleinen Wesen bereits im „Heimatstall“ sterben. Sie erleiden Knochenbrüche, haben Wunden, ihre Fortpflanzungsorgane entzünden sich, platzen, fallen vor… Nach einem Leben ohne Freude am Ende langsam und schmerzvoll zu sterben, immer wieder von anderen Opfern getreten und gehackt, statt fürsorglich gepflegt zu werden – wie schrecklich!

Wir können das Leid, das die Tiere, die zu uns kommen, hinter sich haben, nicht ungeschehen machen. Aber ihnen allen möchten wir wenigstens den Rest ihres Lebens so schön und ihren Bedürfnissen gerecht gestalten wie möglich. Natürlich wünschen wir jedem, dass es noch ein langer Rest Leben ist. Wir hoffen so sehr, dass auch Gretel noch eine Zeitlang ihr neues Leben auskosten kann.
Bitte drücken Sie Gretel die Daumen, dass sie wieder gesund wird und mit ihrer Familie in ihr schönes neues Zuhause einziehen kann!
Tiere lebenslang gut zu versorgen und ihnen auch im Krankheitsfalls beizustehen, kostet Arbeit und Geld. Sie können Gretel und den anderen Bewohnern des Lebenshofes helfen: mit Ihrer Spende oder Patenschaft.

Die Folgen der Coronakrise sind für die Tiere, die nicht selbst für ihre Interessen sprechen können, besonders fatal. Bitte helfen Sie den Tieren auch und gerade jetzt.

Spendenkonto

IBAN: DE17 4785 0065 0010 0078 98
SWIFT-BIC: WELADED1GTL
Sparkasse Gütersloh-Rietberg

Achtung für Tiere e.V. www.achtung-fuer-tiere.de
Vossebeinweg 40 info@achtung-fuer-tiere.de
33397 Rietberg / Varensell Tel.: 05244-9740440

Spenden und Beiträge steuerlich absetzbar. Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.
Mitglied im Deutschen Tierschutzbund e.V.
Teilnehmer der Initiative Transparente Zivilgesellschaft ▶

Ausstellung von Spendenquittungen zum Jahreswechsel, auf Wunsch auch früher.


::Möchten Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten?::

Sie können diesen Newsletter ganz einfach wieder abbestellen, indem Sie auf diese Nachricht eine Antwort-Mail schicken und uns dies kurz mitteilen. Oder Sie klicken einfach auf den folgenden Link, um uns eine E-Mail zu senden (Betreff oder zusätzlicher Text sind nicht erforderlich):
abmelden@achtung-fuer-tiere.de

[nbsp]