Presse > Pressemitteilungen > "Wir müssen Tiere schützen, weil ... - 8. April 2010

"Wir müssen Tiere schützen, weil ...

... sie zu schwach sind, um sich selbst zu schützen"

Pressemitteilung vom 8. April 2010

Der elfjährige Nikolas brachte es auf den Punkt. Zusammen mit acht weiteren Kindern nahm er an den Gütersloher Tierschutz-Ferienspielen in der Melanchthonstr. 13 teil. „Die Kinder hatten bereits eine Vorstellung davon, was bei Tierversuchen passiert oder was das Leben in einem reisenden Zirkus für Tiere bedeutet,“ erklärt Frauke Albersmeier von Achtung für Tiere e.V.

Ausgehend vom Vorwissen der Kinder werden Tierschutz-Probleme diskutiert. „Tiere haben auch Gefühle und man sollte sie nicht quälen.“ findet Gina (11). Die Zahl der Tierversuche steige allein in Deutschland um etwa 100.000 pro Jahr, sagt Astrid Reinke. Die Tierärztin und Tierschutzpädagogin ist bei Ärzte gegen Tierversuche e.V. für den Jugendtierschutz zuständig. „Kinder nehmen wahr, dass Tiere unter Angst, Schmerz, Stress und Gefangenschaft leiden und haben oft eine sehr klare Vorstellung von Gerechtigkeit. Viele fühlen sich aber angesichts der Leiden, die Tieren zugemutet werden, hilflos.“ 

Zweimal jährlich bieten die beiden Tierschutzorganisationen Kindern und Jugendlichen Tierschutzferienspiele an, bei denen sie Filme sehen, Vorträge hören und darüber diskutieren, was sie beschäftigt. Sie lesen, schreiben, zeichnen und spielen Theater. Zwischendurch gibt es die Möglichkeit zum angeleiteten oder freien Spiel und für intensive Gespräche. Manch einer pflegt aber auch das Zwiegespräch mit Molchen und Kröten im garteneigenen Naturteich. Immer wieder wird zusammen überlegt, was jeder einzelne Mensch für mehr Gerechtigkeit für Tiere tun kann.

„Als Tierfreunde, Tierärztinnen und Pädagoginnen wollten wir ein Bildungsangebot schaffen, das Sachinformationen mit Spaß verbindet sowie die direkte Begegnung zwischen Mensch und Tier ermöglicht,“ so Reinke. So ein Ferienprojekt benötigt viele Betreuerinnen, um Kindern und Tieren gerecht zu werden. Die Teilnehmenden erfahren, dass Tiere nicht zur Belustigung von Menschen da sind, sondern ihre Eigenart oder ihr Ruhebedürfnis unbedingt zu respektieren sind. Viele Kinder treten intensiv und einfühlsam in Kontakt zu einzelnen Tieren, was diese offensichtlich sehr genießen. Vor eineinhalb Jahren entstand auf Initiative zweier Teilnehmerinnen die Tierschutz-AG der Anne-Frank-Schule.

„Die Darstellung der Tiernutzung, darf nicht denjenigen überlassen bleiben, die davon kommerziell profitieren. Unsere Vereine haben weder einen Nutzen von Tierversuchen und Zirkus, noch von deren Abschaffung“, erklärt Albersmeier. „Wir bieten unabhängige Informationen über die Situation der betroffenen Tiere.“ Reinke ergänzt „Junge Menschen sollten die Chance haben eine mündige Entscheidung für oder gegen Tierleid zu treffen. Außerdem zeigen wir Kindern, die mit den Tieren leiden, dass sie mit ihren Gefühlen nicht allein sind, und dass ihre Meinung von Erwachsenen gehört wird.“

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