Presse > Pressemitteilungen > Winterzeit ist Kastrationszeit - 24. März 2018

Winterzeit ist Kastrationszeit

Pressemitteilung vom 24. März 2018

Obdachlose Katzen – scheu, aber nicht „wild“

„Hunger, Durst, Kälte, Krankheit und ein früher, oft qualvoller Tod – das Elend obdachloser Katzen ist menschengemacht“, befindet Astrid Reinke, ehemals praktische Tierärztin und nun Vorsitzende von Achtung für Tiere e. V. „Immer neue Katzen tauchen auf unserem Hof in Varensell auf - jung, mager, voller Parasiten, krank und alle unkastriert!“  

So oft man es leisten könne, fange man die scheuen Tiere, lasse sie medizinisch versorgen, kastrieren und kennzeichnen. „Ein heikles Unterfangen. Die Katzen haben Todesangst und kämpfen, wenn man sie in die Enge treibt.“ Wieder freigesetzt, könne Achtung für Tiere obdachlosen Katzen „nur“ Essen, Trinken und einige kleine Schutzhütten bieten. „Katzen können ihre Vermehrung nicht selbst eindämmen. Sie sterben qualvoll an Schwergeburten, Krankheiten, durch Unfälle oder Verfolgung.“  

Kater Merli hatte Astrid Reinke bereits 2015 kastrieren und kennzeichnen lassen und dann lange nicht gesehen. „Schwer erkrankt, sprang er im Dezember von außen über unseren hohen Zaun und verkroch sich in der Scheune. „Er suchte unsere Hilfe, war erstaunlich zutraulich und kannte offenbar Menschenkontakt. Die Tierliebe war aber wohl nicht groß genug, um seine Lungenentzündung behandeln zu lassen…“  

„Wir erfüllen ehrenamtlich die gesellschaftliche Aufgabe, hilflosen Haustieren beizustehen, bieten Tieren, die aufgrund ihrer Handicaps nicht vermittelbar waren, lebenslang ein Zuhause. Dafür gibt es keine kommunale Unterstützung, um z.B. Mitarbeiter und Tierärzte bezahlen zu können. Einnahmen aus Tiervermittlung haben wir auch nicht“, erklärt Schatzmeisterin Yvonne Herzig-Rother das Lebenshofprinzip. „Ohne Menschen, die mit Spenden helfen, können auch wir nicht helfen. Die Versorgung eines Katzenbabys voller Flöhe und Würmer, unterernährt, verletzt, mit vereiterten Atemwegen und Augen kostet uns hunderte Euro. Immer fallen viel mehr Kosten an, als nur für die reine Kastration.“  

Achtung für Tiere erwirkte in Gütersloh die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freilaufkatzen. In Rietberg gilt sie ebenfalls. Kinder berichteten ihr von Tierhaltern, die Katzenbabys lieber gegen die Wand schlagen, statt ihre Tiere kastrieren zu lassen. „Wer Gewalt in der Gesellschaft beklagt und zugleich Grausamkeit gegen wehrlose Tiere duldet, ist scheinheilig. Wir müssen Tieren unsere Stimme geben - auch wenn wir uns unbeliebt machen. Wer Katzen und Kater unkastriert herumlaufen lässt, ist Verursacher des Katzenelends und muss zur Verantwortung gezogen werden“, fordert Reinke.  

Infos und Kontakt: www.achtung-fuer-tiere.de oder 0152-27199234.  

Bildunterzeilen:

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Einer der vielen ehemals unkastrierten Kater, derer sich Achtung für Tiere angenommen hat. Der Umgang mit menschenscheuen Katzen ist gefährlich, denn die Tiere fürchten um ihr Leben.

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Reinke pflegte Merli gesund. Danach sprang er jede Nacht über den hohen Zaun auf den Hof. „Und fehlt leider das Geld Platz für noch mehr Tiere. Ein weiterer Bereich müsste eingezäunt, mit Schutzhütten und Klettermöglichkeiten ausgestattet werden…“

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Wegen ihres Fells ist Abmagerung bei Katzen oft nicht äußerlich erkennbar. Der nierenkranke Max lebte lange auf einem verlassenen Hof, bevor er von Achtung für Tiere aufgenommen wurde.

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Paul und Tom. Paul musste wegen einer schweren Kopfverletzung ein Auge entfernt werden. Beide wurden mager und krank gefangen, gesund gepflegt, kastriert und sind beste Freunde geworden.

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Eine Familie „verwilderter“ Katzen, die bei Achtung für Tiere in Gütersloh ein Zuhause gefunden haben. Alle Tiere sind menschenscheu geblieben.

 

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