Presse > Pressemitteilungen > Tierversuche – eine grausame und nutzlose Testphase - 21. April 2009

Tierversuche - eine grausame und nutzlose Testphase

Pressemitteilung von Achtung für Tiere vom 21. April 2009

 

Am Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen sollen Herzchirurgen Operationen an Schweinen üben. Der Verein Achtung für Tiere – Für Freunde in Not e.V. hält Tierversuche sowohl in der Forschung als auch als Trainingsmethode für Humanmediziner für nutzlos, gefährlich und ethisch unzulässig.

 

Astrid Reinke, Tierärztin und Vorsitzende: „Dass Tierversuche Menschen retten, ist eine Schutzbehauptung derer, die selbst vom Tierversuch profitieren. Warum sonst wehren sich  Tierexperimentatoren hartnäckig gegen Transparenz und Nützlichkeitsprüfungen?“ Rückschlüsse aus Tierversuchen stellten sich immer wieder als gefährlich oder sogar tödlich für Menschen heraus. Die Methode sei für medizinische Katastrophen, wie Contergan oder TGN 1412 verantwortlich. Sie bremse den medizinischen Fortschritt. „Denken wir nur an Rückschläge in der Krebs- oder Transplantationsmedizin. Tierversuche dienen als Alibi, wenn etwas passiert, sind  Schwunggeber für die Karriere und eine sichere Einnahmequelle; denn die Steuergelder sprudeln großzügig.“

 

Eine unlängst veröffentlichte hochrangige Studie habe ergeben, dass von 51 genehmigten „wissenschaftlichen“ Tierexperimenten auch zehn Jahre später kein einziges zu einer neuen Therapie für Menschen geführt hat. Dass ein Implantat, welches bei Hunden Tumoren verursachte, trotzdem bei Menschen eingesetzt wurde, beweise, dass selbst Tierexperimentatoren nicht an ihre Versuche glauben. „Wir haben großes Verständnis für kranke Menschen. Auch aufgrund eigener Erfahrungen als Patientin fordere ich tierfreie Forschung, denn sie ist Tierversuchen weit überlegen,“ sagt Reinke und nennt Beispiele aus der Immun- oder Hirnforschung sowie Giftigkeitsprüfungen.

 

Schwerkranken vorzumachen, Tierversuche gehörten zwingend zur Entwicklung rettender Therapien, sei unredlich. „Gerade weil wir wollen, dass Patienten bestmöglich geholfen wird, verlangen wir eine tierversuchsfreie Medizin,“ erläutert Reinke, „Patienten haben keine Wahlmöglichkeit zwischen tierfreier und Tierversuchsmedizin, sondern müssen sich derzeit Tierexperimentatoren ausliefern.“ Tierfreie Forschung könne erst dann ihr volles Potential entfalten, wenn die Forschungsgelder nicht mehr in Tierversuche gepumpt würden.

 

„Wenn Ärzte vorsätzlich Leben schädigen und vernichten, sehen wir die Gefahr, dass sie abstumpfen, Tiere wie Gegenstände in einer grausamen und nutzlosen Testphase einsetzen und leichtfertig unausgereifte Therapien bei Menschen anwenden“. Tierversuche seien etabliert worden, als man Tiere für stumpf und gefühllos hielt. Die moderne Wissenschaft beweise, dass Tiere empfindsam sind und vor allem im Leiden mit Menschen große Gemeinsamkeiten aufweisen. „Gerade Ärzte sollten ihr Handeln an dieser Tatsache ausrichten“, so Reinke.

 

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. nimmt den Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April zum Anlass, um am 25.04.09 von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr in Bad Oeynhausen gegenüber dem Hauptbahnhof (Herforder Str. / Ecke Klosterstr.) mit einem Infostand über die Hintergründe von Tierversuchen aufzuklären. Achtung für Tiere wird die Ärzte bei dieser Aktion unterstützen.

Zurück