Presse > Pressemitteilungen > Tierversuche betreffen uns alle - 23. April 2013

Tierversuche betreffen uns alle

Achtung für Tiere e. V. traf Nerv vieler Menschen

Presseinformation vom 23. April 2013
 
Auf große Resonanz traf die Mahnwache für in Tierversuchen getötete Tiere, die der Verein Achtung für Tiere e. V. am vergangenen Samstag in der Gütersloher Innenstadt veranstaltete. Manche Passanten fielen aus allen Wolken – dachten sie doch, Tierversuche seien bereits verboten. „Zwar haben wir das EU-Verbot von Tierversuchen für Kosmetik erreicht. An vielen Universitäten und Krankenhäusern sowie speziellen Tierversuchsinstituten werden sie aber weiter durchgeführt“, erklärt Tierärztin und Vereinsvorsitzende Astrid Reinke. Viele Menschen seien darüber schockiert gewesen, dass auch in der Region Tierversuche stattfinden, z.B. an der Universität Bielefeld und in Münster. 

„Wir erwarten von den Tierexperimentatoren lückenlose Transparenz: Wie werden die einzelnen Versuche genau durchgeführt? Was finanzieren wir Steuerzahler? Einer Studie zufolge konnte nur in 0,3% der Fälle ein Zusammenhang zwischen Tierversuchen und der Situation bei Menschen hergestellt werden und nach 10 Jahren war aus den untersuchten Experimenten keine einzige neue Therapie hervorgegangen“, so Reinke1. Kaum jemand wisse, dass Tierexperimentatoren selbst entscheiden dürfen, was sie bekannt geben und was sie geheim halten. „Kein Tierversuch hat je nachweislich ein Menschenleben gerettet. Es macht schon Sinn, dass kranke Menschen sich von Humanmedizinern behandeln lassen, nicht von Tierärzten...“, betont die Tiermedizinerin.

Mitglieder der Tierschutzjugend quetschten sich, als Tiere verkleidet, in einen kleinen Käfig und erregten damit viel Aufmerksamkeit. „Die 12 Mädchen und Jungen tragen unsere Aktionen engagiert mit“, freut sich Yvonne Herzig-Rother, die in der Jugendarbeit aktiv ist. Die Aktion zog Menschen aller Altersklassen an. „Ein 14-jähriger Junge und sein jüngerer Bruder bedauerten, dass es bei ihnen in der Schule zum Thema Tierschutz überhaupt keine Angebote gebe. Besonders viele junge Menschen äußerten ihre Überzeugung, dass Tiere zwar anders, gegenüber Menschen aber nicht minderwertig sind“, berichtet Herzig-Rother.

Die Mitglieder von Achtung für Tiere hatten eine Gedenkstelle mit Tierbildern, Grableuchten, Blumen, einer Traueranzeige und einem selbst gebauten Sarg gestaltet. Yvonne Herzig-Rother sah eine Dame betroffen davor stehen. Sie sagte: „Wenn ich mir vorstelle, dass meine Susi nicht bei mir, sondern in einem Tierversuchslabor gelandet wäre. Ein schrecklicher Gedanke!“ Die meisten Passanten nahmen die Demonstration interessiert und positiv auf. „Sie verstehen, dass wir Menschen in keiner Weise abwerten, indem wir Tiere aufwerten“, erklärt Herzig-Rother.

Informationen über Tierversuche und andere Tierschutzthemen, die Vereinsarbeit und wie man sie unterstützen kann, erhalten Interessierte unter info@achtung-fuer-tiere.de oder 05241-238467.

1 Lindl, T. et al., Tierversuche in der biomedizinischen Forschung. Eine Bestandsaufnahme der klinischen Relevanz von genehmigten Tierversuchsvorhaben: Nach 10 Jahren keine Umsetzung in der Humanmedizin nachweisbar. ALTEX 2005, 22(3), 143-151.

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