Presse > Pressemitteilungen > Tierleid ist kein Vergnügen - 7. Februar 2010

Tierleid ist kein Vergnügen

Zirkus mit Tieren den Boden entziehen

Pressemitteilung vom 7. Februar 2010

 

Anlässlich der nahenden Tourneesaison für Zirkusse wendet sich Achtung für Tiere e.V. mit einer Stellungnahme an die Stadt Gütersloh. Wiederholt aufgedeckte Missstände deuteten darauf hin, dass ein artgemäßes Leben und der Ausschluss von Schmerzen, Leiden und Schäden für Tiere im Zirkus nicht zu gewährleisten seien. In Anlehnung an Entscheidungen anderer Städte und Länder wird vorgeschlagen, Zirkussen mit Tieren nicht länger städtische Flächen zur Verfügung zu stehen.

 

Ungesunde klimatische Bedingungen, lange Transporte, unphysiologische Bewegungen und Körperhaltungen, Schäden an Körper und Psyche, mögliche Gewalt bei der Dressur, Mangel an Ruhe und artgemäßer Beschäftigung sowie mangelnde Ressourcen bei der behördlichen Überwachung sind nur einige der aufgelisteten Probleme.

 

Vorsitzende und Tierärztin Astrid Reinke erläutert: „Pferde beispielsweise legen in frei gewählten Gangarten etliche Kilometer pro Tag zurück. Es ist nicht ersichtlich, wie ein Pferd im Zirkus dieses normale Verhalten ausleben soll.“ Bewegungsstereotypien seien bei Pferden, Elefanten und Großkatzen bekannt. Tiere zeigten sich bei Dressuren oft angespannt und unwillig und kämen bisweilen auf ungeklärte Weise zu Tode.

 

Die Gegebenheiten im Zirkus disponierten Tiere für Schmerzen, Leiden und Schäden. Um diese auszuschließen, seien gründliche Untersuchungen unumgänglich, denn etliche Erkrankungen zeigten sich erst bei längerer Beobachtung, Provokationsproben oder Belastung. Selbst um den Anfangsverdacht einer Verhaltensstörung, Lahmheit oder Atembeschwerde bei einem unbekannten Tier zu erheben, könne eine Beobachtungszeit von Minuten bis zu mehreren Stunden nötig sein. Dies lege nahe, dass amtstierärztliche Beanstandungen nur die Spitze eines Eisbergs darstellen.

 

Die mitunter tagelangen Transporte zwischen den Spielorten stellten ein besonderes Überwachungsproblem dar. So reiste im Jahre 2008 der Zirkus Voyage aus Gütersloh ab, obwohl der begründete Verdacht gemeldet wurde, dass sich  kranke und transportunfähige Tiere im Zirkus befinden.

 

„Wenn Beobachtungen von Privatpersonen Tierleid in Zirkussen ans Licht bringen, ist das ein Alarmsignal. Es weist darauf hin, dass die Behörden den Schutz der Tiere vor Schmerzen, Leiden und Schäden nicht gewährleisten können“, meint Reinke. „Die ohnehin schwindende Toleranz gegenüber Zirkus mit Tieren dürfte zudem weiter schrumpfen, wäre der Bevölkerung bekannt, was schon die jetzt praktizierten Kontrollen sie kosten.“

 

Ein abnehmendes Interesse an Zirkus zeige sich an Beispielen wie dem Verzicht der ARD auf eine Neuauflage ihrer Zirkusshow mit Prominenten. „Die Nutzung von Tieren in der Manege ist mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich der Bedürfnisse, Empfindungs- und Leidensfähigkeit, sowie der Intelligenz zahlreicher Tierarten nicht zu vereinbaren“, so Reinke.

 

Achtung für Tiere bittet die Stadt Gütersloh, zu berücksichtigen, dass es keine wirksamen Maßnahmen gibt, um Schmerzen, Leiden und Schäden von Tieren in Zirkussen zu verhindern, und Zirkussen, die Tiere mitführen, deshalb künftig keine öffentlichen Flächen mehr zur Verfügung zu stellen. Tierfreie Manegen zu fördern, könne für jede Stadt nur ein Imagegewinn sein.

 

 

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier >>

Und hier geht's zum Presseartikel >>

Zurück