Presse > Pressemitteilungen > Ponykarussellkritiker bemängeln oberflächliche Recherche und einseitige Bewertung der Stadt - 17. September 2016

Ponykarussellkritiker bemängeln oberflächliche Recherche und einseitige Bewertung der Stadt

Pressemitteilung, 17. September 2016

Auf vielen Volksfesten werden Ponykarussells keine Flächen vermietet. In ihrer Beschlussvorlage vermutet die Stadt Gütersloh stets private Veranstalter. Achtung für Tiere e.V. bestreitet dies. „Nach kurzer Recherche fanden wir Ratsbeschlüsse gegen Ponykarussells, z. B. in Dachau, Eschwege, Andernach oder Schweinfurt. Andere Städte haben Drohungen von Ponykarussellbetreibern nicht nachgegeben“, berichtet Astrid Reinke, Vorsitzende von Achtung für Tiere.

Der Verein fordert gründliche Recherche. Der mangelhafte Tierschutzwert amtstierärztlicher Kontrollen müsse berücksichtigt werden. 2010 ließ Dr. Beckmann vom Kreisveterinäramt noch verlauten: „Die derzeitige Praxis, die Ponys stundenlang in dieselbe Richtung trotten zu lassen, ist als absolut verhaltenswidrig einzustufen. Die Tiere leiden physisch und psychisch.“ Obwohl die Ponys immer noch stundenlang in dieselbe Richtung getrieben werden, werde dies plötzlich nicht mehr als tierschutzwidrig eingestuft.

„Das Veterinäramt verschweigt die Zeit, die es für die Untersuchung auf physische und psychische Gesundheit jedes Karussellpferdes aufwendet. Auch unsere Fragen nach konkreter Kontrolle von Pausen, Nachtruhe, Auslauf u.v.m. wurden nicht beantwortet“, kritisiert Tierärztin Reinke. Der Grund liege auf der Hand: „Amtstierärzte können zentrale Tierschutzprobleme bei Ponykarussells nicht kontrollieren. Das muss transparent sein.“

Die Stadt Gütersloh vertraue darauf, dass der Ponykarussellbetreiber  freiwillig Erholungspausen, Freilauf, artgemäße Nachtruhe usw. gewährt. Reinke hält entgegen: „Auf dem Rummel können sich Pferde nicht erholen oder freilaufen. Festgebunden können sie nicht schlafen. Jedes Mal, wenn ich die Tiere beobachte, sind sie teilnahmslos. Gesunde Pferde verhalten sich anders.“

Achtung für Tiere hat für Montag 16.30 Uhr eine Demonstration vor dem Rathaus angekündigt. „Sollte der Umweltausschuss der Beschlussvorlage der Stadt trotz mangelhafter Recherche, Intransparenz und Unkontrollierbarkeit folgen, machen wir natürlich weiter. Wir werden die Mängel aufarbeiten: Nach dem Bürgerantrag ist dann vor dem Bürgerantrag!“, versichert Reinke.

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