Presse > Pressemitteilungen > Ponykarussell-Betreiber will Kritiker mundtot machen - 27. August 2019

Ponykarussell-Betreiber will Kritiker mundtot machen

Pressemitteilung, 27.08.2019

An allen drei Veranstaltungstagen wird Achtung für Tiere e.V. beim Verler Leben dagegen demonstrieren, dass Pferde dort gezwungen werden, über viele Stunden im Kreis zu laufen. „Im Vorfeld haben wir Post vom Anwalt des Ponykarussell-Betreibers bekommen. Man will uns unter anderem verbieten, in sozialen Netzwerken das Ponykarussell als Ponykarussell und das stundenlange artwidrige Kreisen als Tierquälerei oder Missbrauch zu bezeichnen“, berichtet Astrid Reinke, Tierärztin und Vorsitzende von Achtung für Tiere e.V. „Kinder fallen den Pferden ungelenk in den empfindlichen Rücken, reißen an deren Mähnen, hauen ihnen ihre Fersen in die Rippen. Wer Ponykarussells befürwortet, der soll einmal selbst stundenlang linksherum gehen. Die Tiere bewegen sich ohne Individualdistanz, oft sogar mit Stricken aneinandergebunden.“

Laut Pressebericht sei 2018 ein Karussellpony zusammengebrochen. „Enge, Kopf an Hinterteil gebunden, Zwang zu artwidrigem Verhalten, das ist hochgefährlich,“ meint die Tierärztin. Nicht auszudenken, wenn Mensch oder Pferd sich in Stricken verhedderten oder von einem Huf am Kopf getroffen würden. „Selbst Ponys, die Lebensfreude und pferdetypisches Temperament verloren haben, bleiben starke Fluchttiere. Dies scheint manchen Eltern nicht bewusst zu sein. Dass Ponykarussellbetreiber mit ihren Pferden einfache Richtungswechsel nicht zustande bringen, spricht Bände.“

Amtsveterinäre stünden nicht am Ponykarussell, um Laufzeiten, angebliche Pausen, Absatteln, Abtrensen, Tränken usw. zu protokollieren. „Dass ein Pferd kommt, wenn man es ruft, zeigt keine Bindung, sondern Lernverhalten."

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„Was mag Pferden widerfahren sein, die den Missbrauch im Ponykarussell ohne Gegenwehr erdulden?“ Kinder würden im Ponykarussell lernen, Wesen und Bedürfnisse von Tieren zu missachten und sie wie empfindungslose Automaten zu benutzen.

17 Jahre nach der Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz dürften Ponykarussell-Betreiber Pferde immer noch artwidrig benutzen: „Weil Pferde schlichtweg nicht erzählen können, was sie erleiden,“ erklärt die Tierärztin. „Noch immer sind Tiere schutzlos, ohne Rechte auf Leben oder Schutz vor Folter!“

CDU, FWG und Grüne wollten das Ponykarussell in Verl behalten. Also müssten Menschen, die es kritisch sehen, diese Kritik weiter äußern. „Ponykarussell-Betreiber versuchen, uns mundtot zu machen. Wir bitten all die Menschen, denen die Tiere am Herzen liegen, um ihre Spende für den Druck von Informations- und Demonstrationsmaterial und für die juristische Auseinandersetzung“, bittet Reinke, „damit wir weiterkämpfen können: gegen erlaubte Tierquälerei!“ Infos unter info@achtung-fuer-tiere.de und 0152-27199234.

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