Presse > Pressemitteilungen > Kritik wurde ausgesperrt - 16. Mai 2016

Kritik wurde ausgesperrt

Achtung für Tiere e.V. darf Ponys nicht sehen

Pressemitteilung, 16. Mai 2016

In den letzten Wochen organisierte Achtung für Tiere e.V. in Gütersloh drei Demonstrationen für Kirmes ohne Ponyleid, zuletzt Sonntag vor dem Eingang der Pfingstkirmes. In Redebeträgen kritisierten Demonstrationsteilnehmer u.a. die Irreführung von Kindern.

„Ponykarussellbetreiber schieben gerne den selbstlosen Zweck vor, Stadtkindern Begegnungen mit Tieren zu ermöglichen“, sagt Frauke Albersmeier, stellvertretende Vorsitzende von Achtung für Tiere. „Auf dem Rücken eines Ponys, das in eine Kirmesreitbahn gezwängt ist, gibt es aber für Kinder nichts Wertvolles zu erfahren. Da geht es offensichtlich darum, mit relativ geringem persönlichen Einsatz abzukassieren – auf Kosten wehrloser Tiere.“ Vorsitzende Astrid Reinke ergänzt: „Ein paar Runden auf einem teilnahmslosen Pony, das sich wie eine Maschine im Kreis bewegt, vermitteln Kindern das Gegenteil von dem, wie Pferde sind: lebensfroh und immer interessiert an allem um sie herum.

Abseits von Demonstrationen sehe man sich die Ponys ganz konkret an, um die aktuelle Situation zu beurteilen und zu dokumentieren. „Diesmal ließ Schaustellerchef Schneider durch die Polizei ausrichten, alle an der Demonstration Beteiligten hätten danach Hausverbot für das gesamte Kirmesgelände. Besonders enttäuschte das unsere Jugendlichen“, berichtet Reinke. Nachdem Demonstranten bei der Polizei nachgehakt hatten, wurde die Aussperrung teilweise zurückgenommen, aber es blieb unklar, wer was durfte oder nicht. Ich selbst dürfe die Ponys aber keinesfalls sehen. Tierärzte bemerken öfter als Laien tierschutzrelevante Dinge. Ich gehe davon aus, dass es etwas zu sehen gab, was gerade ich nicht sehen sollte. Amtstierärzte sind ja die meisten Stunden der Kirmes nicht bei den Tieren am Karussell und auch gar nicht zuständig für viele Dinge, die Ponykarussells zu Quälerei machen.“

Der Tierschutzverein beantragt, keine Bürgerflächen für Ponykarussells zu vermieten. Tierschutz habe seit 2002 Verfassungsrang – Ponykarussellbetreiber hätten also viel Zeit für Veränderung gehabt, z. B. indem sie Kindern Begegnungen mit Pferden in natürlichem Umfeld anbieten. „Sollte ausgerechnet, wer von Tierleid profitiert, größeren Schutz vor beruflicher Veränderung genießen, als andere?“ fragt Reinke.

Der Karussellbetreiber droht der Stadt mit Klage, sollte sie dem Bürgerantrag folgen. „Drohgebärden stehen sachlicher Auseinandersetzung entgegen. Allerdings sind Menschen keine Fluchttiere und nicht so leicht zu ängstigen wie Pferde, denen man mit der Peitsche droht. Ich gehe davon aus, dass unsere politischen Vertreter sich von einem solchen Auftreten nicht zu vorauseilendem Gehorsam nötigen lassen“, sagt Reinke. Breiter Bürgerprotest rege sich in ganz Deutschland, in mehreren Städten und in unmittelbarer Nachbarschaft, beim Rietberger Karneval, liefen keine Karussellpferde mehr. Das beliebte Paderborner Liborifest locke ohne stupide kreislaufende Ponys unzählige Besucher an. „Wir appellieren an unsere Bürgervertreter, dass es auch in Gütersloh bald Kirmes ohne Ponyleid geben wird.“

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