Presse > Pressemitteilungen > Kreislaufende Ponys drücken aufs Gemüt - 25. Mai 2015

Kreislaufende Ponys drücken aufs Gemüt

Achtung für Tiere demonstriert gegen Ponykarussells

Pressemitteilung, 25. Mai 2015


Am Sonntag demonstrierte der Verein Achtung für Tiere e. V. vor der Gütersloher Pfingstkirmes. Anlass war, dass die Stadt Marktplatzfläche auch für ein sogenanntes Ponykarussell vermietet, während Fachleute solche Reitbahnen längst als Tierquälerei kritisierten.

„Viele Jahrmärkte in anderen Städten schaffen es, Menschen zu faszinieren und Vergnügen zu bereiten ohne, dass sie Tiere darunter leiden lassen“, so Tierärztin Astrid Reinke. „Ein gutes Beispiel in der Region ist das traditionsreiche Volksfest Libori in Paderborn. In Gütersloh und mehreren anderen Gemeinden hält man hingegen am stumpfsinnigen Missbrauch wehrloser Pferde fest.“ Ein Kirmesbesucher aus dem Ruhrgebiet berichtete: „Bei uns gibt es sowas nicht mehr, ich dachte, das sei schon verboten.“

„Viele Passanten fanden, dass Karussells mit lebenden Tieren abgeschafft gehören oder die Stadt Gütersloh wenigstens Courage zeigen und öffentliche Flächen nicht mehr für Ponyquälerei vermieten sollte“, berichtet Frauke Albersmeier, stellvertretende Vorsitzende von Achtung für Tiere. „Auch Besitzer von Kirmesfahrgeschäften haben gegen die Ponyreitbahn unterschrieben. Schließlich wirft der Anblick trauriger Pferde ein negatives Licht auf die ganze Veranstaltung.“

Reinke nennt einige Gründe: „Kein gesundes Tier läuft freiwillig längere Zeit winzige Kreisbahnen. Die monotone artwidrige Kreisbewegung ist eine extrem einseitige Belastung. Solche Tiere erscheinen nicht ohne Grund demjenigen, der sich mit Pferden auskennt, apathisch, verhaltensgestört, krank und vor allem unendlich traurig. Lebens- und bewegungsfreudige Tiere werden Kinder in Ponykarussells nicht kennen lernen, womit das Argument vom Tierkontakt für Stadtkinder ad absurdum geführt ist.“

Die Demonstranten liefen mit Ponymasken und Transparenten vor dem Kirmesgelände auf und ab. „Die bemitleidenswerten Ponys müssen das viele Stunden täglich in der immer gleichen kleinen Runde erdulden. Weil das Tierleid so offensichtlich ist, sind die Reitbahnbetreiber zu Ablenkungsmanövern übergegangen und stellen Bilder sauberer Boxen zur Schau. Saubere Boxen sollten selbstverständlich sein“, so Reinke. „Sicher können sie aber keine stundenlange Tierquälerei ungeschehen machen.“

Die Aktivisten sammelten Unterschriften und verteilten Infoblätter, Aufkleber und Postkarten. „Vielen Kirmesbesuchern drückte das Leiden der gutmütigen und wehrlosen Ponys aufs Gemüt“, beobachtete Albersmeier. „Wenn sie alle ihren Einspruch hörbar machen, werden sicher auch die Entscheidungsträger ihre Zuständigkeit für die leidenden Tiere wahrnehmen.“ Selbst könnten sich missbrauchte Tiere schließlich leider nicht helfen.

Die Mitglieder von Achtung für Tiere freuen sich über Unterstützung. Infos gibt es unter www.achtung-fuer-tiere.de oder 015227199234.

Zurück