Presse > Pressemitteilungen > Katzenelend trotz Kastrationspflicht - 15. November 2011

Qualvolles Dasein heimatloser Hauskatzen

Achtung für Tiere fordert Ursachenbekämpfung

Pressemitteilung vom 15. November 2011
  
Eine von vielen vermeidbaren Tiertragödien fiel Gütersloher Bürgern am Südring auf. Dem Verein Achtung für Tiere wurden unkastrierte, hungernde Tiere gemeldet. Vorsitzende Astrid Reinke fand ca. zehn Katzen vor. „Sie streifen hungrig durch die Gärten und es werden immer mehr. Auf einem Gehöft nebenan leben unkastrierte Katzen. Vielleicht wurden sie dort geboren.“
 
Der Geduld und Courage der Anwohner sei zu verdanken, dass nun Hilfe für die Tiere anlaufe. „Das Tierheim sah sich auf Nachfrage zunächst nicht in der Lage einzuschreiten. Die Mittel von Achtung für Tiere sind jedoch noch viel eingeschränkter, da wir keine Fördermittel von Kommune und Land erhalten und unsere satzungsgemäßen Ziele andere sind“, erklärt Reinke. Sie betont, dass Tierschutzorganisationen und Steuerzahler auf Dauer nicht kompensieren können, dass eine kleine Gruppe rücksichtsloser Katzenhalter jedes Jahr aufs Neue eine Lawine des Katzenelends los tritt. „Katzen sind Haustiere und auf Hilfe des Menschen angewiesen. Um nachhaltig einzugreifen, haben wir 2010 die Kastrationspflicht initiiert, die in immer mehr Kommunen besteht.“
 
Immer wieder würden hungernde und sterbende Katzen gemeldet. „Diese Tierdramen entstehen, wenn frei laufende Kater und Katzen nicht kastriert werden. Die Geburt dieser Tiere wäre leicht zu verhindern. Stattdessen sterben sie qualvoll an Hunger und Krankheiten“, so Reinke. Viele Jungtiere wandern auch ab und gehen unterernährt, krank und frierend in den Winter. Wer bis hierhin überlebt hat, stirbt oft in den ersten Winterwochen. Überlebende bekommen dann 2012 Nachwuchs: bis zu 20 Tiere pro Katzenpaar und Jahr.
 
„Nachdem ich am Wochenende die untragbare Situation am Südring in Augenschein genommen und dokumentiert, auch den Landwirt nebenan auf seine Kastrationspflicht angesprochen habe, wandten wir uns noch einmal an Tierheim, Veterinäramt und Stadt. Herr Habig von Ordnungsamt versicherte mir dann Dienstagmorgen, dass den Katzen umgehend geholfen würde.“
 
Reinke betont, dass alle an einem Strang ziehen, Katzenhalter auf die Kastrationspflicht ansprechen und bei Uneinsichtigkeit melden sollten. „Die Kastrationspflicht gilt auch für Katzen, die auf landwirtschaftlichen Betrieben leben. Wenn wir ihre Missachtung dulden, können die Steuer- und Spendengelder, die richtigerweise in Fundtiere und Kastrationsaktionen fließen, keine nachhaltige Wirkung entfalten“, so Reinke.
 
Bürgerinnen und Bürger sollten auch heimatlos leidende Tiere melden, da diese ebenfalls versorgt und kastriert werden müssen. „Für die Katzen geht es um Leben und Tod. Da ist Zivilcourage gefragt. Wir müssen den Tieren unsere Stimme geben - auch wenn wir uns damit vielleicht manchmal unbeliebt machen.“

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