Presse > Pressemitteilungen > Heimatlose Katzen: Scheu, aber nicht „wild“ - 01. März 2015

Heimatlose Katzen: Scheu, aber nicht „wild“

Obdachlose Haustiere brauchen Hilfe

Pressemitteilung vom 01. März 2015


Das Telefon im Vereinssitz von Achtung für Tiere e.V. steht an keinem Tag still. Meldungen über heimatlose Katzen kommen besonders im Winter, wenn Hunger und Kälte die Tiere aus ihren Verstecken treiben. Vorsitzende Astrid Reinke fing und versorgte auch in diesem Winter Katzen, aber Achtung für Tiere hat kein Tierheim, weshalb Anrufer in der Regel an die jeweiligen Ordnungsämter und deren Vertragstierheime verwiesen werden müssen.

„Kürzlich berichtete mir allerdings eine Anruferin von einer ganz und gar unqualifizierten und tierschutzwidrigen Reaktion eines Ordnungsamtes.“ Ihr sei die Auskunft erteilt worden, heimatlose Katzen seien wie Wildtiere.  Sie benötigten keine Fürsorge. „Das ist grober Unfug, denn Katzen sind vom Menschen gezüchtete Haustiere, die ohne unsere Hilfe nicht überlebensfähig sind“, erklärt Reinke, die lange als Tierärztin gearbeitet hat. „Katzen können auch ihre Vermehrung nicht selbst eindämmen. Die Kastration aller Tiere mit Freigang ist unsere Pflicht. In Gütersloh und  vielen weiteren Städten ist sie rechtlich vorgeschrieben.“

Fang und Versorgung scheuer Katzen können schwierig sein, weiß Reinke aus langjähriger Erfahrung. „Doch scheue Tiere, die wir aufgenommen haben, haben sich immer an ein Leben in Haus und Garten gewöhnt. Natürlich werden viele niemals Schmusekatzen, die auf Fremde zugehen.“

Kater Max hatte lange unbemerkt einsam und abgemagert auf einem verlassenen Hof gelebt. Reinke fing ihn ein, ließ ihn kastrieren und behandeln und versorgte den ängstlichen Kater danach ein Jahr lang auf dem verlassenen Hof. Als im Winter schweres Baugerät anrückte, fing sie Max noch einmal und quartierte ihn in der Melanchthonstraße ein. Inzwischen hat Max sein Gewicht verdoppelt und ist ein stattlicher Kater.

„Ein neues Zuhause für Max zu finden, hat nicht geklappt“, berichtet Lisa-Marie Lecki, die über den Bundesfreiwilligendienst zu Achtung für Tiere kam. Sie war Pflegestelle für Katzenbaby Nuri, das vom Verein schwer verletzt an der B 61 eingefangen, tierärztlich versorgt, gesund gepflegt und erfolgreich vermittelt wurde. „Ein alter scheuer Kater ist aber für viele Menschen kein Wunschtier. Max hat sich super bei uns eingelebt, aber es macht traurig, dass es so viele wie ihn gibt, von denen die allermeisten niemals ein Zuhause bekommen.“ Nur die konsequente Kastration aller frei lebenden Hauskatzen könne daran etwas ändern.

Achtung für Tiere ist bei all seiner Arbeit auf freiwillige Spenden angewiesen. Wer die Aktiven unterstützen möchte, erhält Infos unter www.achtung-fuer-tiere.de oder 05244-9749555.

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