Presse > Pressemitteilungen > Glück im Unglück für "Paulchen" - 2. November 2010

Glück im Unglück für Kater "Paulchen"

Zwei aktuelle Katzenschicksale zeigen grundlegende Probleme

Pressemitteilung vom 2. November 2010
 
Kranke Katzen, die angeblich niemandem gehören, beschäftigen den Verein Achtung für Tiere e.V. immer wieder. Ein Kind bat den Verein, ein krankes Katzenbaby von einem Reiterhof aufzunehmen. Der Hofbetreiber kümmere sich nicht, da es nicht seine Katze sei. Das Mädchen fand das Tier kurz darauf tot auf. Sie mochte den Hof nicht nennen. "Kindern vorzuleben, ungerührt zuzusehen, wie ein Kätzchen mit Katzenschnupfen qualvoll stirbt, wirkt der Entwicklung von Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein und Zivilcourage krass entgegen", kommentiert Tierärztin Astrid Reinke, Vorsitzende von Achtung für Tiere e.V.. "Hier haben Erwachsene versagt." Sie wisse aus persönlichen Gesprächen, dass Katzenbabys auch immer noch ausgesetzt, grausam erstickt, ertränkt oder erschlagen werden – auf dem Land und in der Stadt. 
 
Eine sterbende Katze, die angeblich niemandem gehört, ist kein Einzelfall. "Ohne Hilfe sterben Katzen jung und qualvoll an Schwergeburten, Hunger, Krankheiten, Schussverletzungen oder nach Unfällen“, so Reinke. tl_files/_aft/bilder/newsletter/Septemberkatze-vor-OP.jpgDie große Masse dieses Tierleides sei durch die Kastration freilaufender Kater und Katzen leicht zu verhindern. Dass Tierschutz seit acht Jahren Grundrechtsrang hat, sei aber in manchen Köpfen noch nicht angekommen.
 
Ihr sei ein abgemagertes, apathisches, schwer verletztes Katzenbaby gemeldet worden. Es fror, ein Auge quoll aus der Höhle, das Mäulchen voller Blut und ausgeschlagener Zähne. "Wir fingen den Winzling ein und ließen ihn operieren. Kosten 600 Euro. "Paulchen" hatte schweren Durchfall und massenhaft Parasiten, wie all die Tiere, die "keinem gehören."" Der kleine Tiger erholte sich, verdoppelte sein Gewicht auf zwei Kilogramm und kämpft nun einäugig aber tapfer mit gefährlichen Stofftigern und den Artgenossen Sandokan und Rocky in seiner Kater-WG.
 
tl_files/_aft/bilder/tiere/Katzen/Septemberkatze/Winzling_mit_Tiger.jpg"Die 600 € und Folgekosten werden wir von demjenigen, der für Paulchens Existenz verantwortlich ist, nicht bekommen. Und der Beamte beim dortigen Ordnungsamt, den ich vergeblich wenigstens um den Betrag bat, den Tierheime für Fundtiere erhalten, zog den "Sinn" einer kostspieligen Behandlung bei einem herrenlosen Tier in Zweifel.“
 
Ein kranker Wildling muss viele Hürden nehmen, um Hilfe zu erfahren. Reinke: „Er muss  bemerkt werden. Das meiste Elend bleibt im Verborgenen. Es braucht Zeit und Erfahrung, ihn zu fangen, einen Tierarzt, der einer solchen Katze eine Chance geben will, und jemanden, der schnell mal 500 Euro oder mehr dafür zahlt.“ Das mache deutlich, wie hoffnungslos die Situation vieler Katzen sei: „Wer will die Kosten für verletzte und kranke Tiere anderer Tierhalter tragen, die ihre Katzen nicht kastrieren lassen?“ Im Hinblick auf Kosten, persönlichen Einsatz, Zeit und Platz werde dem Verein oft Unmögliches angetragen.
 
Wer sich über Kastration oder Achtung für Tiere informieren oder den Verein unterstützten möchte erhält Informationen unter www.achtung-fuer-tiere.de, Tel. 05241-238467 oder info@achtung-fuer-tiere.de.
 
Mehr Infos, eine Argumentationshilfe und unseren Flyer zur Kastrationspflicht finden Sie hier >

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