Presse > Pressemitteilungen > Ein gutes Leben - Grundrecht auch für Equiden - 01. April 2016

Ein gutes Leben – Grundrecht auch für Esel und Pferde

Ferienspiele verbinden Spaß mit Lernen

Pressemitteilung, 01. April 2016

 

Wegen großer Nachfrage bot Achtung für Tiere e.V. sein Ferienspielprojekt „Eselei“ in diesem Frühjahr in doppelter Ausführung an. „Dass die Begegnungen zwischen Kindern und Tieren nicht nur spaßig, sondern auch rücksichtsvoll, vorsichtig und lehrreich sind, ist uns wichtig“, erläutert Biologiestudent Philipp Lange die Prioritäten. Vor der ersten Begegnung mit den Zwergeseln Lotta, Mira und Benjamin und den beiden großen Pferden Heinerlein und Balu erklärt Schülerin Marie Eggert, warum man sich nie den Führstrick um die Hand wickeln, sich nicht hinter oder zwischen die Tiere drängeln, sie immer ansprechen und „die eigenen Füße nicht unter die von den Eseln oder Pferden stellen sollte…“

Die Kinder fanden, dass die Tiere viel mehr Platz und Freiheit haben, als sie es anderswo beobachtet hatten. „Viele Besucher staunen darüber, dass die Tiere sich hier frei bewegen, ausruhen, schlafen oder mit voller Geschwindigkeit über Wiesen toben können, wann immer sie wollen. Dabei ist unser Hof eher klein“, meint Astrid Reinke, Vorsitzende von Achtung für Tiere. „Dass es noch als normal empfunden wird, große und schnelle Lauftiere in Käfigen zu halten, ist traurig.Bei ihrer Lebensfreude, ihrem Freiheitsdrang und ihrer eigenen Körpergröße brauchen Equiden, also pferdeartige Tiere, ganz viel selbstgewählte Beschäftigungsmöglichkeit - und natürlich Artgenossen.“

Zwischendurch nahm sich Philipp Lange eines verbreiteten Irrtums an:„Nur lang ausgetreckt auf der Seite liegend können Esel und Pferde schlafen, im Stehen oder mit untergeschlagenen Beinen dösen sie nur. Pferde wiegen ein Vielfaches von uns Menschen und benötigen große, weiche, rutschfeste Liegeflächen. Ob ausreichend dick eingestreut ist, kann man schon erahnen, wenn man sich mal selbst aus dem Stand auf die Knie fallen lässt.

Ausmisten der Ställe und Reinigung der Weiden standen auch auf dem Programm. Die Esel bekamen Weidenäste zum Benagen, frisches Heu und Stroh, wurden ausgiebig gestreichelt und mit Möhrchen von der flachen Hand verwöhnt. „Bei Tierschutz-Ferienspielen lernen wir viele wissbegierige, sensible junge Menschen kennen, die ehrlich wollen, dass es Tieren gut geht. Wir vermitteln ihnen, dass Gefangenschaft, Einsamkeit, Schmerzen oder das Fehlen von Freude nicht mit dem Füttern von Leckerli gutgemacht werden können“, so Reinke.

Trotz Kälte und Regen wünschten sich viele der jungen Gäste eine längere Eselei. „Wir denken drüber nach“, verspricht die Vorsitzende. „Über Wesen und Bedürfnisse von Equiden gibt es noch viel mehr zu erfahren.“ Achtung für Tiere finanziert seine gesamte Arbeit ausschließlich mit Spenden, alle Betreuer arbeiten ehrenamtlich. 

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