Presse > Pressemitteilungen > Das Glück dieser Erde? - 01. Oktober 2012

Das Glück dieser Erde?

Jugendliche informieren über Pony-„Karussells“

Pressemitteilung vom 01. Oktober 2012
 
„Wenn Kinder wüssten, wie wir leiden, würden sie unsere Bahnen meiden“, hatten die Mitglieder der Jugendgruppe von Achtung für Tiere e.V. auf ein Plakat geschrieben. Unter dem Motto „Durchdrehen für ein paar Euro?“ informierten am Samstag 10 Jugendliche, z.T. zusammen mit ihren Eltern, über das umstrittene Ponyreiten auf der Kirmes.
 
„In nur fünf Stunden haben wir 350 Unterschriften dagegen gesammelt, dass Pferde auf der Kirmes sich immer im Kreis drehen müssen. Die Leute waren richtig froh, dass jemand etwas für die Pferde tut“, berichtet der achtjährige Joe Makowski. Er war zusammen mit Mutter Sarah aktiv. Sie ergänzt: „Viele Passanten gaben an, sich schlecht zu fühlen, wenn sie auf dem Kirmesplatz die armen Ponys sehen, die inmitten des Lärms ihre traurigen Kreise ziehen müssen.“
 
Frauke Albersmeier, stellvertretende Vorsitzende, erläutert: „Bereits Reitanfänger lernen, dass monotone Bewegung Pferden schadet. Ein artgemäßes Leben bedeutet viele Stunden täglich freie Bewegung, nicht Kopf an Schweif hintereinander her trotten. Tierliebe lernen Kinder anders.“
 
Die Jugendgruppe von Achtung für Tiere hatte sich bereits an Bürgermeisterin Maria Unger, den Vorstand des Vereins Michaeliswoche und das Kreisveterinäramt gewandt. Die Reaktionen belegten u.a., dass die üblichen Kontrollen Leiden der Pferde nicht verhindern und man die Verantwortlichkeit bei anderen sehe. Ernsthafte Bemühungen, die nach Ansicht vieler Tierfreunde überholte Tradition auf Kosten empfindsamer Fluchttiere abzuschaffen, seien, obwohl Tierschutz seit 10 Jahren Grundrechtsrang hat, nicht erkennbar.
 
Achtung für Tiere e.V. appelliert an die Aufmerksamkeit und Verantwortung der Erwachsenen, da kleine Kinder nicht erkennen könnten, wenn Tiere unter Zwang und Gewalt leiden, nicht artgemäß leben dürfen, teilnahmslos und verhaltensgestört sind.
 
Der Verein bietet Informationen und Unterschriftenlisten zum Thema an. In Kooperation mit der Gestaltenden GmbH entstand eine Postkartenserie. Die selbstgemachten Plakate stehen zum Verleih zur Verfügung.
 
Die Jugendgruppe selbst hatte vor einigen Monaten den Wunsch nach einer Kampagne für die Ponys geäußert und ihn seither sorgfältig verwirklicht. „Der Umsetzung gingen Monate mit Recherchen und Diskussionen voraus“, erklärt Frauke Albersmeier. „Uns ist wichtig, dass Kinder sich eine eigene Meinung bilden und wissen, warum sie für oder gegen etwas sind, das mit Tieren passiert.“

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