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„Bestandsregulierung“ beschönigt und enthemmt

Pressemitteilung, 1. August 2019


NutriaDie sogenannte „Bestandsregulierung von Bisams und Nutrias“ solle harmlos klingen, der technische Begriff das Leid der Tiere kaschieren. Er breche einem barbarischen Gemetzel Bahn, schreibt der Verein Achtung für Tiere e.V.

Bisams und Nutrias in der Lebendfalle der Jäger oder „Jagdhelfer“ hätten Todesangst, sagt Vereinsvorsitzende Astrid Reinke. „Sie halten dem Menschen nicht Kopf, Herz oder Nacken hin, damit dieser, ohne gebissen zu werden, einen sicheren sofort tödlichen Kugelschuss, Herzstich oder Nackenschlag ausüben kann. Das Tier muss dafür 100%ig fixiert sein. Das wäre für ein Wildtier qualvoll. Wie es genau von statten gehen soll, wurde mir auch auf mehrfache Nachfrage nicht beantwortet.“

Die Tierärztin ist sicher: „Mit Leichtigkeit könnte die Tiermedizin schonende Geburtenkontrolle für Wildtiere zur Verfügung stellen. Aber die ist politisch nicht gewollt. Dass Tierschutz seit 2002 Grundrechtsrang hat, ist bei vielen noch nicht angekommen.“ Die Prämie für einen abgehackten Schwanz zeige Verachtung: „Sie ist widerlich, verrohend und primitiv!“ Der Schwanz zeige nicht, was das Tier erlitten habe. „Das scheint gewollt. So kann nicht nachgewiesen werden, wenn ein Tier ertränkt, erstickt, langsam totgeschlagen oder von Kugeln oder Schrot durchlöchert, mit einer Forke zu Tode gestochen, vergiftet wurde oder verblutet, verhungert oder verdurstet ist.“ Das ganze „Projekt“ sei blinder Aktionismus und geeignet, von menschlichem Fehlverhalten, Schäden durch intensive Landwirtschaft, fehlerhafte Uferpflege u.v.m. abzulenken.

„Das Tötungsprogramm für Bisams und Nutrias ist ein archaischer Schlag gegen fühlende Lebewesen,“ ergänzt die stellvertretende Vorsitzende Frauke Albersmeier, die sich als Philosophin mit ethischen Fragen befasst. „Im Kreis Gütersloh erhalten Personen, die Tiere hassen, eine Möglichkeit mehr, dies auszuleben. Zum Töten von Tieren, noch dazu fernab jeder Kontrolle, mit Geldprämien anzustacheln, dabei auch noch Laien mit einem Crashkurs ins Boot zu holen und den abgeschnittenen Schwanz als Nachweis der Tötung zu verlangen, spricht jedem angeblichen Bemühen, das Leid für Tiere irgendwie zu begrenzen, Hohn. Ein abgeschnittener Schwanz belegt noch nicht einmal, dass das Tier tot ist. Man kann sich kaum ausmalen, welchen Grausamkeiten hier Tür und Tor geöffnet wird.“

Wer sich gegen erlaubte Tierquälerei engagieren will, meldet sich bei Achtung für Tiere e.V.: info@achtung-fuer-tiere.de oder 015227199234.

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