Presse > Pressemitteilungen > Zum Welttierschutztag am 4. Oktober - 30. September 2009

Umgang mit Tieren hinkt wissenschaftlichen Erkenntnissen hinterher

Pressemitteilung vom 30.09.2009

 

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober

 

Die Beziehung zwischen Menschen und Tieren ist von Widersprüchen geprägt. Eine repräsentative Umfrage Anfang 2009 ergab, dass zwei Drittel der Deutschen Haustiere für aufrichtigere und verlässlichere Freunde halten als Menschen. Für über die Hälfte gehören Tiere zu einem erfüllten Leben und für gut 14 Prozent sind sie der wichtigste Bezugspunkt im Leben.

 

Gleichzeitig lassen Menschen täglich Tiere quälen. Trotz des wissenschaftlichen Nachweises, dass sie z. B. unter Schmerzen, Angst und Einsamkeit leiden, werden jährlich 2,6 Millionen Tiere gequält und getötet – „für eine Forschung, deren Nutzen nie nachgewiesen werden konnte, die aber nachweislich zahllose Menschenleben fordert“, so Frauke Albersmeier vom Verein Achtung für Tiere e.V..

 

Schweine erreichen den geistigen Entwicklungsstand dreijähriger Kinder. Sie spielen und träumen wie Hunde und pflegen ein fürsorgliches Familienleben. Schweinebabys werden ohne Schmerzbetäubung ihre Hoden abgeschnitten. Sie werden auf Spaltenboden ohne Einstreu und Sonnenlicht zusammengepfercht. Halbwüchsig tötet man sie, nach oft qualvollem Transport, für einen kurzen Gaumenschmaus.

 

Albersmeier gibt zu bedenken: „Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, dem begegnet tiefe Verbundenheit mit Tieren.“ Tiere vermittelten nachgewiesenermaßen Einfühlungsvermögen, Hilfsbereitschaft und andere soziale Kompetenzen. „Wie muss es auf Kinder wirken, dass wir Tiere einerseits lieben und schützen und im nächsten Augenblick quälen und töten lassen?“ Feinfühlige, gerechtigkeitsliebende Kinder, die sich unsere Gesellschaft ja wünsche, könnten dadurch seelisch schwer verletzt werden.

 

Wer ein Tier bewusst und gewollt in den Tod quält, darf derzeit mit einer harmlosen Bewährungsstrafe rechnen. Tatsächlich belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass ein hoher Prozentsatz der Gewaltverbrecher sich mit Tierquälereien für die Angriffe auf Menschen vorbereitet.

 

Der Verein hält gesellschaftlich hingenommene Grausamkeiten gegen Tiere für geeignet, menschliches Gewaltpotential zu verstärken. Der Welttierschutztag am 4. Oktober müsse Anlass sein  innezuhalten, sich eigener Verantwortlichkeit bewusst zu werden und Möglichkeiten zur Abschaffung von Tierleid zu nutzen. Albersmeier: “Tiere nicht wie Gegenstände zu unserem Gebrauch zu benutzen, sie vielmehr um ihrer selbst willen leben zu lassen, würde massiv zur Gewaltreduktion in unserer Gesellschaft beitragen.“

Zurück