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Amtstierärztliche Kontrollen: Viele Fragen und einige Antworten

Da von Ponyreitbahnbetreibern gerne auf amtstierärztliche Kontrollen verwiesen wird, wollten wir vom Veterinäramt des Kreises Gütersloh wissen, was überhaupt Gegenstand und Anspruch solcher Kontrollen ist. Hier finden Sie die Antworten und viele offene Fragen.

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Bürgerantrag - Offener Brief zu den Mängeln der Beschlussvorlage

Offene Briefe
Lesen Sie hier unseren Offenen Brief an den Gütersloher Bürgermeister Henning Schulz zu den Mängeln der Beschlussvorlage, nach der mit einer hauchdünnen Mehrheit gegen unseren Bürgerantrag gegen Ponyleid auf der Kirmes entschieden wurde, sowie unser Schreiben zum Umgang mit unseren Informationen - der Brief an den Bürgermeister, der auch als Grundlage für ein Gespräch mit dem Bürgermeister dienen sollte, war in der Stadtverwaltung verschwunden (Offener Brief zum Offenen Brief, 24. Nov 2016 ►)

Zur Entscheidung über Bürgerantrag "Kirmes ohne Ponyleid"

Ponys müssen weiter leiden - obwohl fast niemand das will

Demo vor dem RathausObwohl Ponykarussells vom Umweltausschuss nahezu einstimmig sehr negativ bewertet wurden (Presseartikel), folgte er der Empfehlung der Stadt und lehnte unseren Bürgerantrag, mit der knappen Mehrheit einer Stimme, ab.

SPD, Die Grünen und Die Linke standen geschlossen hinter unserem Antrag.

Nur BfGT äußerten sich für das Ponykraussell. Von CDU und UWG kamen klar negative Bewertungen. Im Ergebnis war man aber der Auffassung, es gebe Schlimmeres und man sei für diese Angelegenheit nicht zuständig. Die Entscheidung solle den Eltern bzw. dem Bund überlassen bleiben.

Es wurde deutlich, dass fast niemand der Anwesenden der Auffassung war, dass die Ponys auf der Kirmes weiter leiden sollen. Aber die aus unserer Sicht mangelhafte Beschlussvorlage der Stadt verbreitete so massive Angst vor einem Prozess, dass einer extrem knappen Mehrheit der Mut fehlte, unserem Antrag zuzustimmen.

Wir danken SPD, Grünen und Linken für ihre klaren Statements für Demokratie und Tierschutz! Leider konnten sie sich nicht durchsetzen.

Zwei Punkte erscheinen besonders kritikwürdig:

Punkt eins: Seitens der Stadt wird immer wieder das angeblich sehr hohe Klagerisiko betont. Achtung für Tiere legte zahlreiche Beispiele vor, in denen nicht mehr für Ponykarussells vermietet wird. Nirgends wurde deshalb geklagt. Dass die Stadt Gütersloh selbst entsprechende Beispiele nicht gefunden hat, spricht für mangelhafte Recherche. Unsere Unterlagen wurden anscheinend nicht gelesen.

Punkt zwei: Ponykarussellbetreiber, Kreis und Stadt Gütersloh behaupten einmütig, es gebe bei amtstierärztlichen Kontrollen keine gravierenden Beanstandungen. Verschwiegen wird, dass das Veterinäramt grundlegende Tierschutzbelange wie Pausen, Nachtruhe, freie Bewegung in der Herde uvm. nicht kontrolliert. Welche Zeitspanne für die Untersuchung jedes einzelnen Pferdes aufgewendet wird uvm. wird verschwiegen: Anfrage mit Antwort des Veterinäramtes.

Vertrauen in freiwillige Selbstkontrolle fehl am Platz

Verschwiegen wird auch, dass die Stadt gar keine Kontrolle verlangt, weil der Ponykarussellbetreiber ihr bei seinem Besuch im Rathaus mitgeteilt habe, er achte freiwillig auf die Dinge, die das Veterinäramt nicht kontrollieren kann.

Fazit:
Zentrale Fakten umstritten, Recherche unsorgfältig, amtstierärztliche Kontrollen intransparent, ihr Tierschutzwert ungeklärt… Wir vertrauen der „freiwilligen Selbstkontrolle“ von Ponykarussellbetreibern nicht.  Wir fordern Transparenz amtstierärztlicher Tierschutzkontrollen, sorgfältige Recherche und Objektivität bei Beratung und Entscheidung über Ponykarussells.