Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

den Umzug ► von Herbert, Lotta und Mira, über den wir in diesem Newsletter berichten, nehmen wir zum Anlass, einen Blick auf die Bedürfnisse von Eseln und weit verbreitete Probleme in der Haltung zu werfen. Esel werden für ihre geduldige, ruhige und robuste Art geliebt. Das führt leider oft dazu, dass die Bedürfnisse dieser empfindsamen Tiere übersehen und vernachlässigt werden.

»Ich habe mir schon immer einen Esel gewünscht...«

... hören wir oft, wenn uns jemand beim »Eselwalking« begegnet. Und einige Menschen erfüllen sich diesen Wunsch – leider manchmal auch ohne Rücksicht auf Verluste seitens des Esels. Immer wieder sieht man einsame Esel herumstehen, oder sie werden gedankenlos mit Pferden zusammengesperrt. Aber Esel haben andere Ansprüche als Pferde, z.B. bezüglich Ernährung, Zahnpflege, Witterungsschutz, Einzäunung - vor allem aber Sozialkontakt und Kommunikation.

Einem Esel seine Artgenossen zu nehmen, ist ähnlich grausam, als würde man uns den Kontakt zu Menschen verwehren, sperrte uns stattdessen z.B. mit Menschenaffen zusammen. So angenehm diese Gesellschaft sein mag, den Kontakt zu Menschen würde sie nicht ersetzen.

Esel brauchen andere Esel – und Pferde andere Pferde als soziales Umfeld. Und nicht jeder Esel mag den erstbesten anderen. Auch Tiere möchten ihre Partner selbst wählen, weshalb eine Zwangsfreundschaft durchaus schief gehen kann.

Der Pädagogik-Esel für die Dorfschule

Kürzlich sorgte für Euphorie, dass in einer Schule ein Esel der sogenannten »Tiergestützten Pädagogik« dienen soll. Er war von eselunerfahrenen Menschen aus seiner Herde gerissen worden und ist nun zum »sozialen Lernen« in einer Schule bestimmt. Es ist gerade die Sensibilität von Tieren, wegen der solche Angebote geschaffen werden. Paradoxerweise wird diese Empfindsamkeit aber vollkommen ignoriert, wenn Tiere in ein Leben ohne Artgenossen gezwungen werden.

Kinder können nun auf Kosten dieses bedauernswerten Esels lernen, dass wir schwächere Wesen rücksichtslos und wie leblose Gegenstände aus ihrem sozialen Umfeld reißen und sie in ein artwidriges Leben zwingen dürfen. Dass sie für unsere Bedürfnisse zur Verfügung zu stehen haben. Dieser arme Esel mag nun ein Pferd, einen Hund und eine Katze zur Gesellschaft haben – und Menschen, die ihr Wissen und ihr Einfühlungsvermögen aus einem »Esel-Kurs« herleiten.

Wir halten solche »pädagogischen« Fehltritte für schlimme Folgen des Hypes auf tiergestützte Interventionen und für ein vollkommen falsches Signal Kindern gegenüber. Um tierstützte Interventionen für Tiere schadlos anzubieten, bedarf es erheblicher Fachkenntnis und ständiger Beobachtung und Rücksichtnahme auf das wehrlose Tier. Nur Wissen, jahrelange Erfahrung und selbstkritisches Einfühlungsvermögen können diese begründen.

Für uns war die Unkenntnis erschreckend, mit der in verklärter Begeisterung über den armen Esel berichtet wurde. Zwar können tiergestützte Interventionen, besonders für Tiere aus dem Tierschutz, sofern sie ihren Bedürfnissen gemäß leben und nicht wie Gegenstände benutzt werden, eine zusätzliche Chance darstellen, doch was in diesem Bereich bisweilen an neuem Tierleid verursacht wird, ist haarsträubend.

Sie können helfen: Kritisieren Sie offen, wenn Tiere bei tiergestützten Interventionen Leiden ausgesetzt werden. Und sprechen Sie Eselhalter an. Weisen Sie sie darauf hin, dass für ein artgerechtes Leben allem voran die Gesellschaft anderer Esel Voraussetzung ist.

Herbert, Lotta und Mira

Ende letzten Jahres hatten wir die beiden alten Eseldamen Lotta und Mira aufgenommen, deren Halter ihr Leben nicht mehr finanzieren konnte. Dass sie trotz ihres hohen Alters gesund seien, entpuppte sich als grandiose Fehlinformation. Man kann eben Tiere nicht einfach irgendwo in eine Ecke stellen, ihnen Futter vorsetzen und dann sich selbst überlassen. Beide Tiere haben offenbar viele Jahre weder einen Tierarzt gesehen noch eine sorgsame Betreuung erfahren. Wir haben nun, gemeinsam mit Lotta und Mira, eine Reihe von Tierarzt- und Hufschmiedbesuchen, Untersuchungen und Behandlungen hinter uns, die noch lange nicht zu Ende sind. Außerdem sind Herbert, Lotta und Mira Anfang 2013 umgezogen! Erfahren Sie hier die Hintergründe und sehen Sie neue Fotos unserer drei supersüßen Eselsenioren ►!

Termine

27. März 2013: Mitgliederversammlung, Melanchthonstr. 13, Gütersloh, 19 Uhr

30. März 2013: Jugendgruppentreffen (Anmeldung erforderlich!), 10 - 16 Uhr, Melanchthonstr. 13, Gütersloh

20. April 2013: Mahnwache zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche

03. Mai 2013: Aktiven- und Infotreffen, Melanchthonstr. 13, Gütersloh, 18 Uhr

18. Mai 2013: Demo gegen Ponykarussells, Gütersloh

22. - 24. Juli 2013: Ferienspiele Tierschutzdiplom, Melanchthonstraße 13, Gütersloh

27. Juli 2013: Sommerfest, Melanchthonstraße 13, Gütersloh, 15 Uhr

14. Juli 2013: Waldgottesdienst für Mensch und Tier, Waterböer, Bielefeld - Senne

Foto: Hans Snoek / pixelio

Mithelfen

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Wir freuen uns über jeden, der mithelfen ► will!


Tierfreundich grüßt Sie

Ihr Achtung für Tiere-Team


Achtung für Tiere e.V. - Für Freunde in Not
Melanchthonstr. 13
33334 Gütersloh
Tel: 05241-238467

Sparkasse Gütersloh
Konto-Nr.: 10 007 898
BLZ: 478 500 65

Internet: www.achtung-fuer-tiere.de; e-Mail: info@achtung-fuer-tiere.de ; Tel.: 05241-238467


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Ausstellung von Spendenquittungen zum Jahreswechsel, auf Wunsch auch früher.


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