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Lotte-2007-01

Name: Lotte
Rasse: n/a
Geschlecht: Katze
Alter: ca. 18 Jahre

Beschreibung:

Ehemaliges "Heimkind", Ausbrecherkönigin.

Lotte war längste Insassin eines Tierheims gewesen. Vier Jahre hatte sie dort darauf gewartet, dass jemand sich für sie interessierte: eine menschen- und katzenscheue Einzelgängerin, die sich aber nicht die Margarine vom Brot nehmen ließ. Sobald man sie anfassen wollte, biss und schlug sie zu. Wir nahmen sie trotzdem mit.

Bereits nach der ersten gründlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass Lotte mit dem Felinen Immundefizienz-Virus infiziert war. FIV wird ähnlich wie AIDS des Menschen übertragen. Viele infizierte Katzen laufen frei herum, ohne dass man ihren FIVStatus kennt. Erfährt man dann zufällig von einer Infektion, wird meist gefordert, das betreffende Tier müsse getötet werden. Wir lehnen es ab, eine Katze allein deshalb zu töten, weil sie mit einer gefährlichen Infektion behaftet ist. Die Ansteckungsgefahr durch FIV ist innerhalb einer harmonischen Katzengruppe sehr gering (siehe auch: Sandokan). Lotte in Einzelhaft zu halten war nicht nötig und ist bei uns auch nicht möglich. Lotte lebte also mit ausreichend Ausweichmöglichkeiten in einer verträglichen Gruppe und hat zeitlebens keine andere Katze angesteckt.

Sie genoss 10 Jahre in unserem katzensicher eingezäunten Garten, wobei sie jahrelang die Ausbrecherkönigin schlechthin war und uns oft tagelang in Atem gehalten hat, bevor wir alle Schlupflöcher lottesicher verschlossen hatten. Sie saß jeweils direkt hinter dem Zaun, jankte und zeigte uns eine lange Nase, während wir ihre Schlupflöcher erforschten.

Wir schätzen, dass sie ungefähr 18 Jahre alt geworden ist. In den letzen Jahren war sie nieren-, herz-, und schilddrüsenkrank, ging aber noch jeden Tag über den alten Apfelbaum in den Garten hinab. Sie hat sich schließlich bei Momo mit Leukose angesteckt, denn sie war durch ihre FIV-Infektion immungeschwächt. Die Impfung konnte sie nicht ausreichend schützen. Wir konnten ihr Leben zu Hause beenden, als das Fortschreiten der Erkrankung es nötig machte.

 

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